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01Wissenschaft

Meine Geburtstagskerze auf der ISS machte die Nasa nervös

Als ich meine Geburtstagskerze auf der Internationalen Raumstation anzündete, sorgte dies für unerwartete Nervosität bei der NASA. Ein Blick hinter die Kulissen.

Lukas Hoffmann2. Juni 20263 Min. Lesezeit

Es war ein Tag wie jeder andere an Bord der Internationalen Raumstation. Der Crew war es vergönnt, bei ihrem täglichen Kampf gegen die Schwerkraft und das monotone Alltagsleben eine kleine Feier zu veranstalten. Ich stand in der kleinen, engen Modulecke und hielt die Geburtstagskerze in der Hand, während die anderen Astronauten mit einer Mischung aus Belustigung und Besorgnis zusahen. Wie viele Kerzen haben schon die Grenzen der Physik herausgefordert? Eine funkelnde Flamme in einer Umgebung, die für Sauerstoff und Feuer alles andere als ideal ist, schien ein eher gewagtes Unterfangen zu sein.

Die Vorstellung, eine Geburtstagskerze im Weltraum anzuzünden, mag auf den ersten Blick skurril wirken, ist sie doch ein vertrauter Brauch, der auf der Erde einen ganz besonderen Platz einnimmt. Doch die Realität auf der ISS ist eine andere. Hier wird jede noch so kleine Entscheidung akribisch abgewogen. Ein Feuer zu entfachen, selbst eine kleine Flamme, kann nicht nur das ohnehin schon fragile Gleichgewicht im Innenraum gefährden, sondern auch die teure Technik und natürlich die Sicherheit der Astronauten. So ist es nicht verwunderlich, dass meine kleine Feier für einige Nervosität sorgte.

Ein Fest der Verbote

In der NASA existiert eine lange Liste von Verboten, die sich um den Umgang mit Feuer in einem Raum ohne Schwerkraft drehen. Auf der Erde sind wir es gewohnt, dass Flammen sich nach oben richten, dass sie atmen und sich entwickeln können. Im luftleeren Raum jedoch hat das Feuer seine Eigenheiten. Es umhüllt sich selbst in einem ballartigen Zustand, ohne dass die Schwerkraft ihm den gewohnten Halt gibt. Das sorgt nicht nur für ästhetische Probleme, sondern auch für brennenswerte. Jeder Funke könnte sich unkontrolliert ausbreiten, und die Vorstellung von einem kleinen Inferno in einem geschlossenen Raum ist für die NASA absolut inakzeptabel. Doch der Geburtstagsfeier meiner Mitstreiter stand nichts im Weg, solange ich die Kerze verantwortungsbewusst handhabte. Also zündete ich sie an und beobachtete, wie die Flamme in der Schwerelosigkeit tanzte.

Die andere Crewmitglieder umringten mich neugierig, einige mit besorgten Mienen, andere versuchten, die Situation mit Humor zu nehmen. So unbeschwert die Stimmung auch war, die NASA war jedoch nicht ganz so amüsiert. Der Kommunikationskanal zur Erde wurde stillgelegt, und man stellte sicher, dass alle Sicherheitsprotokolle eingehalten wurden.

Wissenschaftliche Fragestellungen

Diese bescheidene Feier brachte jedoch auch einige interessante wissenschaftliche Fragen mit sich. Was geschieht mit einer Flamme im Weltraum? Wie wechselt das Feuer zwischen den Phasen des Verbrennens und der geplanten Löschungen? Es ist nicht einfach, das Verhalten von Feuer im Weltraum zu studieren, da es sowohl sicherheitstechnische als auch logistische Herausforderungen mit sich bringt. Doch meine kleine Kerze bot nun eine Gelegenheit, etwas über die Verbrennung in einer für uns so fremden Umgebung zu lernen – und den Wissenschaftlern bestätigte sich einmal mehr, dass die Naturgesetze nicht einfach verloren gehen, wenn man die Erde verlässt.

Die Flamme meines Geburtstagskerzenwachs schien sich unversehens von der traditionellen Vorstellung des Feuerglanzes zu lösen. Sie hegte fast eine Traurigkeit in ihrer Einsamkeit, umgeben von den sterilen Wänden der Raumstation. Die Bilder, die dabei entstanden, sind möglicherweise nicht für jeden zugänglich, aber sie zeigen eindrücklich, wie die Einfachheit des Menschseins auch im Weltraum einen Platz finden kann.

Wohin mit der Flamme?

Sicherlich war die Entscheidung, eine Kerze im Weltraum anzuzünden, keine alltägliche – ebenso wenig wie die darauf folgenden Maßnahmen. Nachdem ich die Kerze ausgeblasen hatte, stellte ich fest: Ein kleiner Gefallen an das Universum kann manchmal nicht ohne gewisse Nervosität bewerkstelligt werden. Während ich die Reste der Kerze beiseite legte, wusste ich, dass es klar war, dass diese kleine Geste zum Feiern nicht nur im festen Boden Wurzeln schlägt, sondern auch in der Schwerelosigkeit, in der sie auf die Grenzen der Physik stößt. Ein wenig Feuer im All, und schon wird die NASA nervös.

So mag man über solche Feierlichkeiten schmunzeln, sie stehen jedoch für das menschliche Bedürfnis, auch in den unwegsamsten Gebieten der Erde und des Weltraums zu feiern und die eigenen Traditionen aufrechtzuerhalten. Eine Kerze, ein Licht – und ein Anlass, der auch in der Schwerelosigkeit strahlen kann.

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